Bericht zur Podiumsdiskussion vom Marketing Südhessen e.V. vom 27. Mai 2013

Spät aber doch kommt hier mein Bericht zur meiner letzten Podiumsdiskussion. Am Montag, den 27.5.2013 hat der Marketing-Club Südhessen e.V. zu einer Podiumsdiskussion im Karolinensaal im Staatsarchiv eingeladen, in der die Direktkandidaten des Wahlkreises 186 (Darmstadt) ihre Wahlkampagnen zur Bundestagswahl vorstellen sollten. Markus Drenger und zwei weitere Piraten vom Darmstädter Kreisverband der Piraten haben mich begeleitet. Man hatte Gelegenheit in einer fünfminütigen Präsentation die eigene Wahlkampagne, bzw. die Wahlkampagne der Partei vorzustellen. Danach gab es eine Reihe von Fragen, die der Moderator gestellt hat. Moderiert wurde von Markus Phillip vom Hessischen Rundfunk. Zuletzt gab es noch ein „get together“ mitsamt einem Essensbuffet. Charles M. Huber, der Kandidat der CDU, hatte kurzfristig abgesagt, weil er am selben Abend wohl bei „Hart aber Fair“ eingeladen war. Somit blieben vier Kandidaten übrig. Neben mir selber waren das Angelika Nake von der FDP, Daniela Wagner von den Grünen und natürlich Brigitte Zypries von der SPD. Mit Frau Nake, die im übrigen auch ehrenamtlich Politik macht, habe ich mich gut verstanden. Von Seiten der anderen beiden Mitbewerber kamen ab und an kleinere Spitzen gegen die Piraten aus dem Off, die ich persönlich in diesem Rahmen als völlig fehlplaziert und als Unhöflichkeit empfand. Aber so ist es im politischen Umfeld halt auch mal.

Für meine eigene Präsentation habe ich mich für ein kurzes Video entschieden, dass sozusagen unseren großartigen, hessischen Kampagnenkoordinator Michamo über die Art unserer Kampagne zu Wort kommen lässt. Dieses Video hat Michamo extra zu diesem Zweck noch mal zusammengeschnitten. Nach Angelika Nake (Powerpoint-Präsentation) war ich als zweiter dran. Das Video habe ich etwa zwei Minuten laufen lassen und dann selber übernommen und einige Aspekte der Kampagne erklärt. Konzentriert habe ich mich dabei darauf, dass unsere Kampagne ein dynamischer Prozess ist, der von der Basis stark beeinflusst wird (Stichwort “Schwarmintelligenz”). Ich wollte zum Schluss noch auf das Design der Kampagne zu sprechen kommen, muss aber gestehen, dass ich zum Ende hin aufgeregter wurde und diesen Aspekt leider habe hinten herunterfallen lassen habe, auch um die Zeit einzuhalten. Hier muss ich noch konzentrierter werden. Alles in allem hatte ich aber schon das Gefühl, dass es gut ankam, vor allem da das Video mit einem wohl eher unerwarteten Eingangsstatement von Michamo aufwartete, dass wir noch keine eigentliche Kampagne hätten (da sie sich ständig von der Basis her weiter entwickelte), das die Lacher auf seiner Seite hatte.   Daniela Wagner setzte keine Präsentation ein und sprach frei über die Kampagne. Frau Zypries hatte ein sehr gute, professionell gemachte Powerpoint-Präsentation im aktuelle Kampagnendesign (lila-rot) dabei, die sie als Leitfaden nutzte. Ihr Vortrag war, wie zu erwarten war, sehr professionell. In der folgenden Fragerunde ging es vor allem um Piratenthemen wie Bürgerbeteiligung und Onlinewahlkampf. Ich denke, dass ich mich in der Fragerunde ganz gut geschlagen habe. Allerdings sollten die Beiträge, da es primär um die Kampagne gehen sollte, eher frei von den jeweiligen politischen Inhalten sein. Gerade gegen Ende der Veranstaltung hin wurde das bei mir deutlich mehr, so dass der Moderator mich zweimal daran erinnern musste unpolitisch zu bleiben. Auch Frau Zypries und Frau Wagner haben dies gemacht, allerdings waren sie deutlich geschickter darin ihre jeweiligen politischen Ansichten in kurzen Nebensätzen anzubringen. Auch hier sehe ich bei mir noch Verbesserungsmöglichkeiten bei den rhetorischen Fähigkeiten.  Alles in allem war ich beeindruckt davon, wie sehr das Auftreten der Piraten und ihrer Themen, Ansichten und Werte auch bei einer solchen Veranstaltung die Diskussionen beeinflussen und die etablierten Parteien unter Druck setzen sich damit zu beschäftigen. Der Moderator war sehr fair, sehr neutral und hat das echt gut gemacht. Gut gefallen hat mir ein Spiel, indem die Kandidaten jeweils vier Karten mit den Namen der großen Parteien bekommen haben (CDU, SPD, FDP, Grüne) und dann durften wir Kampagnenslogans der letzten Jahrzehnte der jeweiligen Partei zuordnen. Das war sehr witzig, da manche Politiker die vormaligen Slogans der eigenen Partei mitunter nicht zu identifizieren vermochten. Diese Slogans und die Aufklärung welcher Slogan zu welcher Partei gehörte sorgte auf jeden Fall für Heiterkeit im Saal.  Zuletzt gab es noch Fragen aus dem Publikum. Das wurde eher dürftig genutzt. Meiner Erinnerung nach gab es zwei Fragen. Einmal gab es eine Frage nach dem jeweiligen finanziellen Aufwand der Kampagne. Da konnte ich recht gut antworten, weil ich unsere Aufstellung der möglichen Mittel mir kurz zuvor noch angeschaut hatte, wobei ich aber dennoch wage blieb. Über meinen zu erwartenden eigenen Einsatz kann ich derzeit noch gar nichts sagen, weil ich das derzeit überhaupt nicht abschätzen kann. Dennoch habe ich hinterher für meine Antwort Lob bekommen. Bis auf Frau Zypries waren die Antworten der anderen Kandidaten noch wesentlich undetailliert als meine Aussage. Dann kam aus dem Publikum noch eine Frage nach der Vernetzung und Koordinierung der jeweiligen Kandidaten mit anderen Direktkandidaten für die Landtagswahl gestellt, bei der alle Antworten meines Erachtens recht wage ausfielen.

Begonnen hatte der Empfang so zwischen 18:00 und 18:30 Uhr. Die Podiumsdiskussion endete kurz vor 21 Uhr. Danach gab es noch Essen und „get together“. Ich bin, gemeinsam mit Markus, bis kurz nach 23 Uhr geblieben und habe „socialized“, d.h. Unterhaltungen geführt, vor allem mit anderen Gästen und auch mit einigen der Veranstalter,  einem Mitglied der Partei DIE PARTEI, sowie kurz noch mit Frau Nake. Alles in allem hatte ich Spaß, bin der Meinung, dass ich unsere Position recht gut und sympathisch dargestellt habe und aufrechter Haltung und mit erhobenem Kinn die Veranstaltung verlassen konnte.

Das Echo hat im ürbigen am Samstag auch was über die Podiumsdiskussion berichtet: http://www.echo-online.de/region/darmstadt/-Online-allein-lassen-sich-keine-Wahlen-gewinnen;art1231,3982292